5 köstliche & immunstärkende Hagebutten-Rezepte

In diesem Beitrag stelle ich meine liebsten Hagebutten-Rezepte vor – süß, herzhaft und heilkundlich: Hagebuttenmark, fermentierte Salsa, Pesto, Ingwer-Shot und ein kräftigendes Oxymel. Außerdem beleuchte ich die Gesundheitskraft der Hagebutte mit ihren Vitalstoffen und wie sie richtig verarbeitet wird.
Inhaltsverzeichnis
Drei Hagebutten auf einer Hand vor einem orangen Hintergrund

Die unterschätzte Vitaminbombe: Warum die Hagebutte ein Comeback verdient.

Hagebutten verbinden viele von uns nach wie vor mit tristem Jugendherbergstee oder der klebrig-süßen Füllung von Großmutters Weihnachtsplätzchen. Ein ziemlich eingestaubtes Image – und völlig zu Unrecht.
Denn die Hagebutte ist eigentlich ein echtes heimisches Superfood: randvoll mit wertvollen Inhaltsstoffen, unglaublich aromatisch und vielseitig einsetzbar. In der Küche glänzt sie mit ihrem fruchtig-säuerlichen Geschmack, in der Heilkunde mit ihrer starken Wirkung und selbst in der Naturkosmetik ist sie ein echter Geheimtipp.

Wer hätte gedacht, dass in der unscheinbaren roten Frucht so viel Power steckt? Beim nächsten Herbstspaziergang lohnt es sich auf jeden Fall, einen Sammelbeutel einzupacken – und vielleicht direkt die eine oder andere reife Hagebutte frisch vom Strauch zu naschen.

Ich stelle euch meine liebsten Hagebutten Rezepte vor.

Von Hundsrose bis Kartoffelrose: Die Vielfalt der Hagebutten

Die Hagebutte ist die Frucht der Wildrose und gehört – wie Apfel, Quitte, Pflaume, Erdbeere oder Himbeere – zur großen Familie der Rosengewächse. Je nach Rosenart unterscheiden sich Form, Farbe und Größe der Hagebutten erheblich:

  • schlank und orange

  • eiförmig und mittelrot

  • kugelig und feuerrot

  • bis hin zu seltenen, tiefschwarzen Sorten

Die bekannteste Art ist die Hundsrose (Rosa canina), die typisch eiförmige, mittelrote Früchte trägt. Für die Weiterverarbeitung lohnt es sich jedoch, nach den großen, saftigen Hagebutten der Kartoffel- oder Apfelrose Ausschau zu halten.

Egal welche Art du findest – alle Hagebutten sind essbar. Für die Verarbeitung gilt natürlich, je größer und mehr Fruchtfleisch, desto weniger Arbeit macht man sich. Meine Tipps zur Verarbeitung habe ich weiter unten zusammengefasst.

Die Kraft der Hagebutte: Inhaltsstoffe & Wirkung

Die Hagebutte enthält so viel Vitamin C, dass sogar der Sanddorn daneben blass aussieht. Nur wenige Pflanzen weltweit besitzen einen höheren Gehalt. Bereit für eine beeindruckende Zahl?
Schon 25 g Hagebutte decken den Tagesbedarf an Vitamin C.

Deshalb wurde die Hagebutte schon früher zur Stärkung von stillenden Müttern oder geschwächten Personen eingesetzt. Heute nutzt man sie vor allem für:

  • Stärkung des Immunsystems
  • Vorbeugung bei Erkältungen
  • Linderung bei Hals- und Rachenentzündungen

Besonders spannend: Pulver aus Schalen und Nüsschen wird aufgrund einer entzündungshemmenden Substanz namens Galaktolipid häufig bei Gelenkbeschwerden und Arthrose eingesetzt.

Hagebutten gehören weltweit zu den Vitamin-C-reichsten Früchten – und das Beste daran: Sie wachsen direkt vor unserer Haustür. Das macht sie zu einem der nachhaltigsten Superfoods überhaupt. Wer Hagebuttenprodukte kauft, sollte auf regionale Herkunft achten, da viele Produkte Früchte aus Asien oder Südamerika enthalten.

Obwohl Vitamin C hitzeempfindlich ist, bleibt bei der Verarbeitung der Hagebutte ein ungewöhnlich hoher Anteil erhalten. Noch mehr Vitamin C bekommst du allerdings mit rohen Hagebutten und rohem Hagebuttenmark.

Inhaltsstoffe der Hagebutte 

Vitamin C, Vitamin A, K und B-Vitamine, Pektin, Fruchtsäuren, Flavonoide, Carotinoide, Mineralstoffe, essentielle Fettsäuren, Galaktolipid und mehr.

Hagebutten verarbeiten – praktische Tipps & Methoden für schnelles Hagebuttenmark

Wer schon einmal Hagebutten verarbeitet hat, weiß: Das kann schnell zur Geduldsprobe werden. Jede einzelne Frucht aufzuschneiden, die harten Kerne herauszulösen, ist nicht nur zeitaufwendig – bei kleinen Hagebutten scheint es nahezu unmöglich. Damit euch diese Sisyphusarbeit erspart bleibt, habe ich die besten Methoden zusammengefasst, mit denen Hagebutten einfach, sauber und effizient verarbeitet werden können. Passende Hagebutten Rezepte findet ihr weiter unten.

1. Hagebutten im Mixer verarbeiten (mit oder ohne Kochen)

Eine der schnellsten Methoden ist das Zerkleinern im Hochleistungsmixer:

Roh verarbeiten (z. B. für Oxymel)

Hagebutten mit etwas Flüssigkeit – etwa Wasser, Apfelessig oder Oxymel-Grundlage – fein pürieren und anschließend durch ein feines Sieb oder ein Passiertuch streichen. So erhältst du ein frisches, intensiv vitaminreiches Hagebuttenmark.

Diese Methode ist perfekt für:

  • Oxymel
  • Hagebutten-Ingwer Shot
  • Getränke
 

Weichgekochte Hagebutten pürieren

Für Marmelade, Ketchup und alle gekochten Rezepte können die Hagebutten in Apfelsaft, Wasser oder einem anderen sanften Sud weich gekocht, dann im Mixer püriert und erneut durch ein Sieb gestrichen werden.
Diese Methode ist perfekt für:

  • Marmeladen

  • Saucen & Pürees

2. Entsafter: Frisches Hagebuttenmark ohne Zusatzflüssigkeit

Wer rohes Hagebuttenmark ohne Zugabe von Wasser herstellen möchte, steht vor einer Herausforderung: Die Kerne sind extrem hart, und herkömmliche Geräte schaffen das kaum.

Meine beste Erfahrung habe ich mit dem „Angel Juicer“ Entsafter gemacht. Dieses Gerät ist kraftvoll genug, um:

  • die Hagebutten samt Kernchen zu zerkleinern

  • ein cremiges, intensives und rohes Hagebuttenmark zu pressen

  • gleichzeitig einen feinen und trockenen Trester auszuspucken

Der Trester kann getrocknet zu Hagebuttenpulver verarbeitet werden – perfekt für Smoothies, Müsli und Co. Beim Verarbeiten darauf achten, dass man die Hagebutten nach und nach in den Angel Juicer gibt.

Diese Methode ist ideal, wenn du:

  • große Mengen Hagebutten verarbeiten möchtest

  • Rohkostqualität schätzt

  • höchste Vitamin-C-Ausbeute suchst

Mit meinem Code: „VILDVUCHS“ erhaltet ihr bei einer Bestellung die Entsafterbibel dazu.

Schau dir das Gerät mal an: Angel Juicer

3. Hagebuttenmark kaufen – regionale Alternativen

Wenn du dir die Arbeit sparen möchtest oder keine passende Maschine besitzt, gibt es in Deutschland mehrere kleine Manufakturen, die heimisches, rohes Hagebuttenmark in ausgezeichneter Qualität herstellen. Du kannst es kiloweise bestellen, portionsweise einfrieren und so das ganze Jahr über nutzen.

Einige Anbieter (für heimische Hagebutten):

Die kulinarische Vielfalt der Hagebutte

Die Hagebutte eignet sich für süße wie auch herzhafte Speisen. Bei herzhaften Speisen nehme ich es oft als Ersatz für Tomatenmark und stelle Ketchup, Chilis uvm. her. Einige Hagebutten Rezepte für diese Vorschläge findet ihr weiter unten oder in meinem neuen Hagebutten Ebook.

HAGEBUTTEN REZEPTE

Hagebutten  Pesto

Zutaten

Rohe Hagebutten
Knoblauch
Chili
Hanfsamen oder Sonnenblumenkerne
Olivenöl
Schuss Essig
Salz

Methode

Hier gibt es keine genauen Mengenangaben. Hagebutten entkernen und mit den anderen Zutaten im Mixer zu einem Pesto mixen. In ein verschließbares Glas füllen, Oberfläche glatt streichen und mit einer dünnen Schicht Olivenöl bedecken. Glas schließen. 
 
Kühl gelagert ca. 1 Woche haltbar.
Für eine längere Haltbarkeit einfrieren.

Hagebutten Immunstark Oxymel

Zutaten

300 g Honig

150 g Essig

100 g Hagebuttenmark

40 g Ingwerwurzel, frisch

15 g Kurkumawurzel, frisch

1/2 Zitrone mit Schale

1/2 TL Pfeffer, grob

Methode

Alle Zutaten in einen leistungsstarken Mixer geben und fein pürieren. Die
Flüssigkeit in ein sauberes Glas füllen und einige Tage ziehen lassen.
Das Oxymel kann anschließend löffelweise pur oder in Wasser verdünnt
eingenommen werden.
Falls der Mixer die Masse nicht vollständig zerkleinert, kann das Oxymel nach dem
Ziehen durch ein feines Sieb oder Tuch gefiltert werden, sodass nur die Flüssigkeit
ohne Rückstände bleibt.

Hinweis: Kurkuma sollte für eine gute Aufnahme in Verbindung mit Öl eingenommen werden. Ein paar Tropfen hochwertiges Leinöl ins Glas geben.

Fermentierte Salsa mit Hagebutten im Glas. Davor liegen Hagebutten.

Fermentierte Hagebuttensalsa

Dieses Rezept für fermentierte Salsa ist einfach herzustellen und passt wunderbar zu verschiedenen Gerichten. Der Star in der Salsa ist natürlich die Hagebutte und macht das ganze zu einem knackigen Herbstferment.

Für die fermentierte Salsa müssen die Mengenangeaben nicht genau befolgt werden, es sollte am Ende aber das Gesamtgewicht zusammengerechnet und dem ganzen 2% Salz hinzugemischt werden. 

Zutaten

135 g Hagebutten, entkernt, 200 g Tomaten, 5 g Knoblauch, 2 g Chili, frisch, 1 g Basilikumblätter, 1 g Zitronenzeste, 66 g grüne Paprika, 35 g Karotten, 20 g Selleriestange

Methode

  1. Zutaten vorbereiten: Salz, Knoblauch, Basilikum, Zitronenzeste, die Hälfte der Tomaten und die Hälfte der Hagebutten in einen Mixer geben und grob pürieren. Die restlichen Tomaten, Hagebutten, die grüne Paprika, Karotten und Sellerie in kleine Würfel schneiden.
  2. Vermischen und abfüllen: Die pürierte Paste mit dem gewürfelten Gemüse vermengen und die Mischung in ein sterilisiertes Bügelglas füllen. Die Oberfläche glattstreichen und mit einem zurechtgeschnittenen Stück Brotpapier abdecken, damit die Salsa vor Luftkontakt geschützt ist. Anschließend das Glas verschließen.
  3. Fermentationsprozess: Die Fermentation beginnt nun. Lass das Glas 4-5 Tage bei Zimmertemperatur stehen. Um den entstehenden Druck im Glas zu regulieren, den Deckel zwischendurch leicht öffnen, um etwas Luft entweichen zu lassen.
  4. Lagerung und Verzehr: Nach 5 Tagen das Glas in den Kühlschrank stellen. Die Salsa ist ab diesem Zeitpunkt verzehrfertig und passt hervorragend zu vielen Gerichten.

Hagebutten Chili sin Carne

In diesem Rezept kann man die Tomaten auch komplett durch das Hagebuttenmark
ersetzen.

Zutaten

1 Dose gestückelte Tomaten, 400 g Hagebuttenmark, 2 große Zwiebeln, 3 Zehen Knoblauch, 300 ml Gemüsebrühe, 100 ml Rotwein, 1 Dose schwarze Bohnen, 1 Dose braune Bohnen, 3 Stangen Stangensellerie, 4 kleine Karotten, 2 rote Paprika, 3 TL Kreuzkümmel, 2 TL Smoked Paprika, 1,5 TL Kakao, 2 TL, Paprika edelsüß, 1/2 TL Chilipulver, Ein Schuß Essig, Olivenöl, Bratöl

Methode

Paprika, Stangensellerie und Karotten in mundgerechte und gleichmäßige Stücke schneiden. Zwiebeln und Knoblauch in kleine Würfel schneiden. Ein Schuß Bratöl in den Topf geben und erhitzen. Die Zwiebeln anrösten und das restliche Gemüse nach und nach hinzugeben. Das Ganze für 5 Minuten anrösten.Gewürze und Knoblauch hinzugeben und 1-2 Minuten mit anrösten.
Hinzu kommen der kleingehackte Oregano, die Tomaten, das Hagebuttenmark und die Bohnen. Das Ganze wird mit Gemüsebrühe aufgegossen.
Am Schluss kommt noch der Rotwein und das Kakaopulver hinzu. Optional kann man noch einen Schuß Essig oder Zitronensaft hinzugeben. Die Masse wird jetzt für ca. 30 Minuten auf niedriger Stufe geköchelt.
Für eine bessere Konsistenz werden ein bis zwei Schöpflöffel des Chilis püriert und wieder untergemengt.
Am besten schmeckt das Chili sin Carne, wenn es noch eine weitere Stunde im warmen Ofen ziehen kann.
Frische Peperoni, Zitronenscheiben, Creme fraiche, Koriandergrün und ein bisschen
ngeröstetes Brot runden das Ganze noch ab.

Hagebutten Mirabellen Curry

Zutaten

1 kleiner Kürbis
1 kleine Dose Kokosmilch
1 Zwiebel
4 kleine Kartoffeln
1/2 Esslöffel frische Chili
6 Mirabellen
6 große Hagebutten
1/2 EL Tikka Masala Paste
1 EL rote Linsen

Methode

Zwiebel, Kartoffel und Kürbis in große Würfel schneiden.
Öl im Topf erhitzen. Zwiebel glasig andünsten. Kartoffeln und Kürbis hinzugeben und noch etwas anschwitzen lassen. Mit der Kokosmilch ablöschen. Die Dose der Kokosmilch noch einmal mit Wasser füllen und dazu geben.
Rote Linsen dazu und köcheln lassen.
Währenddessen Mirabellen entsteinen und Hagebutten entkernen.
Sobald der Kürbis und die Kartoffeln fast bissfest sind, die Mirabellen und Hagebutten hinzugeben und nochmal ein paar Minuten köcheln lassen. Optional noch den halben Löffel Tikka Masala Paste hinzugeben.

In eine Schale geben und noch etwas gutes Olivenöl darauf träufeln und ein paar Salzflocken hinzugeben. Mit Reis servieren.

Noch viel mehr Wissen und Rezepte findest du in meinem Ebook zur Hagebutte.

Ebook

Hagebutte

Ein Buch für alle Hagebuttenfans (to be).
Darin findet ihr Tipps zur einfachen Verarbeitung, wissenswerte Infos zur Heilwirkung, jede Menge kulinarisches Hintergrundwissen und mehr als 20 kreative Rezepte.
Ein liebevolles Plädoyer dafür, wie vielseitig und lecker dieses heimische Superfood wirklich ist.

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